Die Geschichte der Villa Hahn - ein spannender Rückblick

Die Villa in der Händelstraße 9 konzipierte und erbaute 1923 der Architekt Eugen Weber.

Bauherr war der Fabrikant für Rundstrickmaschinen Erich Barth. Nach einigen Jahren wurde das Gebäude an die jüdische Fabrikantenfamilie Frank verkauft. Aufgrund der Machtübernahme Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 emigrierte die Familie in die USA. Anschließend ging das Anwesen kurzzeitig in den Besitz des Strumpfherstellers Luis Bahner aus Oberlungwitz über.

Von 1934 bis 1945 befand sich die Villa im Besitz der Auto Union AG und diente der Familie Hahn als Zuhause. Durch den massiven Luftangriff auf Chemnitz am 5. März 1945 wurde das Gebäude schwer beschädigt. Am 7. Mai 1945 ergriff die Familie Hahn die Flucht vor der einrückenden Roten Armee.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Villa verwaist und wurde 1949 in Volkseigentum überführt. Erst ab 1954 wurde sie als Einrichtung für Kinder mit Lernproblemen und sozialen Auffälligkeiten wieder genutzt. Während der DDR-Zeit war das Bauwerk einem schleichenden Verfall preisgegeben.

Im Jahr 1989 erfolgte die Umbenennung der Einrichtung in „Karl-Winter-Kinderheim“. Ein Brand im Jahre 1992 führte zur Schließung des Kinderheimes. Nach der Renovierung des Gebäudes, Ende 1993 bis Anfang 1994, wurde es zu einem Kinderheim mit heilpädagogischem Charakter umprofiliert. Ab September 2001 beherbergte die Villa einen Waldorfkindergarten. Im Juni 2003 sorgte wiederum ein Dachstuhlbrand für den völligen Leerstand des Bauwerkes.

Im August 2003 erwarben Uwe Bauch und Janko Nebel mit der Bauch-Nebel GbR das Haus, das heute für die gleichnamigen Inhaber des  Full-Service-Systemhauses community4you AG als Geschäftsbürokomplex fungiert. Das Gebäude wurde saniert und im Oktober 2004 nahm der Softwarehersteller den Geschäftsbetrieb in den Räumen auf.

Am 2. April 2008 erhielt das Firmengebäude den ehrenvollen Namen „Villa Hahn“, benannt nach dem Ehrenbürger der Stadt Chemnitz und langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Prof. Dr. Carl H. Hahn.